Monique, geb. 04.03.1985

 

Im Sommer 2001 entschied sich mein damaliger Lebensgefährte, dass er auch gerne reiten möchte. Wir suchten ein absolutes Verlaßpferd und fanden es auch, die Bayernstute Monique. Sie war in der Zucht eingesetzt, hat viele, schöne Fohlen zur Welt gebracht und ging ab und zu noch im Schulbetrieb mit Kindern. Sie hatte ausgedient und stand zum Verkauf.

Als sie zu uns kam, habe ich sie am nächsten Tag im Gelände probegeritten und war fasziniert von diesem Pferd. Der Ausritt war ein Traum, sie war superbrav, hatte vor nichts Angst und hatte weiche, wunderschöne Gänge.

In den nächsten Tagen folgte dann ein weiterer schöner Ausritt mit meinem Lebensgefährten, der überhaupt nicht reiten konnte. Ich, mit Blacky voran und er mit Monique brav hinterher oder neben mir.

Irgendwie hatte er dann aber doch Angst vor der Reiterei und stieg nie wieder auf.

Im Sommer 2003 kriselte leider unsere Beziehung und mein Lebensgefährte forderte von mir, Monique wieder zu vermitteln. Es fiel mir sehr schwer, aber zu diesem Zeitpunkt war mir klar, dass ich mich von meinem Lebensgefährten trennen werde und ich nicht 4 Pferde allein finanzieren konnte. Ich fand dann einen guten Platz für Monique. Sie kam zu einem älteren Ehepaar, welches ihr Leben lang Pferde hatte und ihr letzes ein paar Monate zuvor gestorben war. Ich brachte Monique dort hin, die Gegend war sehr schön, der Stall in Ordnung und sie fühlte sich wohl. Ich besuchte sie ab und zu und hatte mit den neuen Besitzern sogar eine Freundschaft entwickelt.

Im Frühjahr 2006 ist dann leider der Besitzer gestorben und die Frau bat mich, Monique wieder zu vermitteln. Ich suchte verzweifelt einen Platz, aber da das Pferd inzwischen bereits 20 Jahre alt war und auch noch eine beginnende Hufrolle hatte, war diese Aufgabe nicht leicht. Am liebsten hätte ich sie selbst wieder zurückgenommen, aber ich hatte mich inzwischen von meinem Lebensgefährten getrennt und alleine für 4 Pferde zu sorgen erschien mir unmöglich.

Plötzlich erfuhr ich, dass die gute Frau Monique in einen Gnadenhof gebracht hatte. Ich sprach mit ihr und sie meinte, dem Pferd geht es gut. Da ich diesen Gnadenhof allerdings kannte und wusste, dass der Hof vor dem "Aus" steht, machte ich mir Sorgen. Prompt kam auch schon ein Anruf von der Besitzerin, Monique hat Mauke. Ein paar Tage später ein weiterer Anruf, Monique hat Phlegmone, ich soll das Pferd dort rausholen. Ich wendete mich an einem Pferdeschutzverein und bekam die Zusage, dass ich sie dort rausholen kann und sie vom Verein übernommen wird. 3 Tage später fuhr ich zu diesem Gnadenhof und holte sie mit viel Mühen und Kampf heraus. Als ich ihr Bein sah, bin ich ziemlich erschrocken. Auch ihr Gesamteindruck war nicht gut, sie sah sehr traurig aus. In Rücksprache mit dem Tierschutzverein sollte ich das Pferd erst mal in die Klinik bringen zur Erstversorgung. Doch leider sah das Bein so schlimm aus, dass sie erst mal ein paar Tage dort bleiben sollte. Aus den paar Tagen wurden 4 Monate. In dieser Zeit haben wir versucht, sie zu vermitteln - vergebens, niemand wollte ein verletztes Pferd, wo man nicht einmal wusste, ob Schäden zurückbleiben würden.

Hier ein paar Bilder nach der Ankunft in der Klinik!

  

Anfang November 2006 erhielt ich dann einen Anruf vom Pferdeschutzverein, ich muss das Pferd bis Mitte November aus der Klinik holen, sie kann nicht länger dort bleiben. Ich bekam einen günstigen Einstellplatz im selben Stall, wo auch meine Pferde eingestellt waren und brachte sie in Absprache mit dem Pferdeschutzverein dort hin. Doch die Hilfe des Pferdeschutzvereins verlief im Sande und mir war klar, dass sie bei mir bleiben würde. Ich wollte es dem Pferd nicht mehr antun, sie nochmal zu vermitteln, abgesehen davon, dass sie ja eh niemand haben wollte. Sie bekam eine Paddockbox mit einem kleinen Stück Wiese, ich pflegte sie und sie erholte sich prächtig. Der Fuß ist wunderbar verheilt und die Schwellung ging auch zurück. Nun durfte sie endlich zu den anderen auf die große Koppel. Die Wiedersehensfreude mit Hummel, Blacky und Marco war groß. Sie schien mir rundum zufrieden zu sein.

So sah das Bein aus, als ich sie von der Klinik abholte:

 

Doch dieses Glück war ihr wohl nicht gegönnt. Am 23.3.07 bekam sie abends eine Kolik. Sie wurde vom Tierarzt behandelt und stand erst mal wieder ruhig in der Box. Doch am nächsten Tag ging es wieder los, also brachte ich sie in die Klinik. Die Tierärzte haben alles versucht, aber sie hat es nicht geschafft. Sie ging über die Regenbogenbrücke.

Ich war so glücklich, wie sie sich erholt hatte und ich bin unendlich traurig, was für ein Ende es nehmen musste...

 

 

 

 

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